Am 22. Oktober fand ein Konzert der Studenten der Saint Louis Universität aus Baguioi City statt. In zwei Teilen präsentierte sich die junge Truppe des Zentrums für Kultur und Kunst in einer durch die Universität Gent organisierten Veranstaltung. Die Vorführung war in zwei grundlegende Abschnitte unterteilt. Die erste Hälfte umfasste ein dramatisches Stück über Liebe und Kultur. Dieser Versuch einer „südostasiatischen Oper“ war akribisch durchchoreographiert und wirkte etwas zu aufgesetzt. Es fiel schwer sich wirklich darauf einzulassen. Dennoch entbeehrte das Gezeigte nicht einer gewissen Komik, die durchaus fähig war dem distanzierten Rezipienten einen unterhaltsamen Eindruck zu vermitteln. Etwas entspannter und für den Musikinteressierten ein guter Moment die Instrumente genauer unter die Lupe zu nehmen, war das Spielen des Orchesters in den Pausen. Das nunmehr Ungewollte ja geradezu Beiläufige, offenbarte dem ein oder anderen zumindest im Ansatz, eben jene Echtheit, die man sich eigentlich erhofft hatte.

Im zweiten Teil wurde die spanische Kolonialisierung der Philippinen thematisiert. Den farbenfrohen Tänzen in spanischer Tracht und dem Verteilen von selbst gebastelten Blumen an die Zuschauer folgten einige interessante und durchaus schöne Chorlieder. Kitschig und fast schon ins Absurde übergehend schloss der zweite Teil jedoch mit einem patriotischen, vom Professor komponierten Volkslied ab, bei dem selbstverständlich auch das Schwingen einer immensen philippinischen Flagge nicht fehlen durfte. Die Konklusion des Ganzen ist: Wer eine Gruppe von guten philippinischen Musikern und Tänzern, die präsentiert wie sie gerne gesehen werden möchte erleben will, sollte auf seine Kosten kommen. Authentizität und wahre Einblicke in die Kultur der Philippinen werden allerdings nicht gewährt.

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