Yann Pierre Tiersen wurde 1970 in Brest, einem Staedtchen in der Bretagne geboren und wuchs in Rennes auf. Mit vier Jahren begann er Klavier zu spielen, mit sechs Jahren kam die Geige als zweites Instrument hinzu. Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr, indem er seine Geige zerschmetterte, sich eine Gitarre kaufte und eine Rockband gründete, bekam er Musikunterricht in Rennes, Nantes und Boulogne. Nachdem sich seine Band einige Jahre später auflöste und er begann wieder im Alleingang Musik zu machen, versöhnte er sich trotz seines mittlerweile eher experimentell ausgerichteten Stils, mit seiner klassischen Vergangenheit. So heisst es auf seiner Homepage: “One day I thought, instead of spending days on research and listening to tons of records to find the nearest sound of what I have in mind, why don’t I fix this fucking violin and use it?” Sein dreiundzwanzigstes Lebensjahr verbrachte er schließlich  damit, alleine in seinem Appartement Lieder mit Gitarre, Geige und Akkordeon einzuspielen, die fernab eines klassischen Konzeptes, in Form seiner ersten Alben „La Valse Des Monstres“ (1995) und „Rue Des Cascades“ (1996), den Grundstein seiner anarchischen Laufbahn als Intuitionsmusiker bilden sollten. “Let’s live in an enormous world of sound we can use randomly, with no rules at all,” sagt er selbst zur Erläuterung seiner künstlerischen Vision. “Let’s play with sound, forget all knowledge and instrumental skills, and just use instinct – the same way punk did.” Die ersten Alben  Tiersens bildeten einige Jahre später die materielle Grundlage für seinen sehr erfolgreichen und allseits geliebten Soundtrack für den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001). Man sollte den genialen Musiker jedoch nicht auf diesen einen, herausragenden „kommerziellen Erfolg“ reduzieren. Sein Gesamtwerk, seine Visionen und seine Auftritte sind noch viel erstaunlicher. Er veröffentlichte 12 weitere Alben sowie den Soundtrack zum deutschen Film „Good Bye Lenin!“.

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