Opéra de Lille

Gestern machte ich mich gegen fünf Uhr nachmittags mit dem Zug auf den Weg von Gent nach Lille, ein Städtchen im Norden Frankreichs, nahe der belgischen Grenze. Dort gibt es ein, wie ich herausfinden durfte, recht schönes Opernhaus, das an diesem Abend eine Händel-Inszenierung zum Besten geben sollte. Ich hatte mir die Karte für die „Agrippina-Aufführung“ schon einige Wochen zuvor gekauft und freute mich nun sehr auf den lang ersehnten Besuch des Stückes. Nach meiner Ankunft machte ich mich zunächst auf den Weg zur Auberge de Jeunesse wo ich mir einen Schlafplatz in einem Fünfbettzimmer reserviert hatte. Ich legte einige Sachen ab, machte mich frisch und entschied mich dann noch ein wenig durch die Stadt zu wandern, bevor ich mich zur Oper begeben wollte. Mir gefiel das Städtchen und es machte mir Freude die kleinen Straßen zu erkunden. Es stellte sich heraus, dass das Opernhaus direkt im Zentrum platziert ist. Schon beim Betreten gefiel es mir. Man reichte mir ein Programmheft und ich begab mich zu meinem, leider recht schlechten Platz. Trotzdem konnte ich die Aufführung sehr genießen. Es ist wirklich ein schönes Stück und ich erlebte einen äußerst unterhaltsamen Abend. Genauere Informationen zum Inhalt und der Inszenierung werde ich in einem kleinen Resumé nachreichen.

Opéra de Lille

Danach ging ich zurück zum Hostel und legte mich schlafen. Es war schließlich bereits nach Mitternacht und ich war zugegebenermaßen ziemlich erschöpft. Heute morgen stand ich dennoch recht früh auf, um mich nach einem kleinen Frühstück auf den Weg in den Süden der Stadt zum „Marché de Wazemme“, den mir ein Freund empfohlen hatte, zu machen. Recht verschlafen schlenderte ich entlang der „Rue Léon Gambetta“, um auf dem Weg langsam, gemeinsam mit der Stadt aufzuwachen. Die Blumenstände, Brotläden und Straßenmusiker empfingen mich bei meiner Ankunft am Markt. Das rege Treiben zog mich in seinen Bann und stimmte mich glücklich, sodass ich gerne mehrere Stunden damit verbrachte mich von der sonntäglichen Stimmung der Käufer und Standbesitzer einfangen zu lassen. Ich kaufte einen alten Asterix&Obelix Comic und ging, bevor ich mich auf den Weg zurück ins Zentrum machte, noch in die kleine Kirche am Marktplatz. Gegen elf Uhr war mein Morgen in Lille beendet und ich nahm den Zug zurück nach Gent. Alles in Allem war es ein sehr kurzer, aber unglaublich gelungener Ausflug in ein nettes kleines Städtchen, mit einer schönen kleinen Oper.

Das von Tim Mead gesungene Lamento des Ottone hat mir am besten gefallen. Leider konnte ich nur eine Bariton-Version desselben finden. Dennoch schön, aber nicht mit der für Alt geschriebenen Version zu vergleichen!

Habe die Arie doch noch in der schoenen Version gefunden. Gesungen von Jan Kullmann.

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