Eine bewegende Sinfonie über den Sankt Petersburger „Blutsonntag“ des Jahres 1905. Ein halbes Jahrhundert, nachdem ein friedlicher Sternmarsch für menschenwürdigere Arbeitsbedingungen, Meinungs- und Religionsfreiheit von den Soldaten der Armee des Zaren niedergeschossen wurde, stellte Schostakowitsch sein historienkritisches Werk dem, unterdessen sowjetischen Publikum vor.

Ein weiteres halbes Jahrhundert später, ist das Stück sowie die Thematik wieder erschreckend aktuell. Die Repressionen, die zum „Arabischen Frühling“ führten oder diesen zu unterdrücken versuchten, gilt es für unsere Gesellschaft auch kulturell zu verarbeiten. Bis neue Werke geschaffen werden, die der politischen Komplexität und gesellschaftlichen Dramatik, sowie dem entstandenen individuellen Leid, auf intellektueller sowie emotionaler Ebene gerecht werden, mag es ratsam sein einen Blick in die musikalische Vergangenheit zu werfen. So zum Beispiel auf die 11. Sinfonie des bedeutenden russischen Komponisten und Pianisten Schostakowitsch.

Das Werk ist in g-moll geschrieben und besteht aus vier Sätzen, die thematisch unterteilt sind. Der erste Satz heißt „Der Palastplatz“ und ist als Adagio notiert. Es folgen der zweite Satz mit dem Titel „Der neunte Januar“ (Allegro), ein dritter Satz als „Ewiges Andenken“ (Adagio) und zum Schluss das Allegro non troppo mit dem Namen „Sturmgeläut“. Der letzte Satz ist ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft. Er ist Ausdruck der Vision eines politischen Umbruchs, wie sie auch in den Köpfen der heutigen Vordenker der Revolution entstanden ist. Durch den Blickwinkel der Moderne, mag uns der letzte Teil des Werkes an den erwünschten Wechsel der Jahreszeiten,  hin zu einem „arabischen Sommer“, dessen Früchte in den Herzen der Kinder der Revolution heranreifen, erinnern.

Advertisements