Die flämische Nationalhymne heißt „De Vlaamse Leeuw“, was übersetzt „der flämische Löwe“ bedeutet. Im Jahr 1973 wurde das Lied des Komponisten Karel Miry und des Verfassers Hippoliet van Peene offiziell zur Hymne Flanderns erhoben.1838, also acht Jahre nach der Unabhängigkeit Belgiens, veröffentlichte der Schriftsteller Hendrik Conscience einen Roman „De Leeuw van Vlaanderen“, mit dem er sich metaphorisch, doch deutlich für ein eigenständiges Flandern und gegen die Frankonisierung des Landes aussprach. Somit wurde der Löwe zum Symbol des flämischen Kampfes für politische und kulturelle Unabhängigkeit.

De Vlaamse Leeuw

Zij zullen hem niet temmen, de fiere Vlaamse Leeuw,
Al dreigen zij zijn vrijheid met kluisters en geschreeuw.
Zij zullen hem niet temmen, zolang een Vlaming leeft,
Zolang de Leeuw kan klauwen, zolang hij tanden heeft.
Zij zullen hem niet temmen, zolang een Vlaming leeft,
Zolang de Leeuw kan klauwen, zolang hij tanden heeft.

De tijd verslindt de steden, geen tronen blijven staan:
De legerbenden sneven, een volk zal nooit vergaan.
De vijand trekt te velde, omringd van doodsgevaar.
Wij lachen met zijn woede, de Vlaamse Leeuw is daar.
Zij zullen hem niet temmen…
Hij strijdt nu duizend jaren voor vrijheid, land en God;
En nog zijn zijne krachten in al haar jeugdgenot.
Als zij hem macht’loos denken en tergen met een schop,
Dan richt hij zich bedreigend en vrees’lijk voor hen op.
Zij zullen hem niet temmen…
Wee hen, de onbezonnen’, die vals en vol verraad,
De Vlaamse Leeuw komt strelen en trouweloos hem slaat.
Geen enkle handbeweging die hij uit ’t oog verliest:
En voelt hij zich getroffen, hij stelt zijn maan en briest.
Zij zullen hem niet temmen…
Het wraaksein is gegeven, hij is hun tergen moe;
Met vuur in ’t oog, met woede springt hij den vijand toe.
Hij scheurt, vernielt, verplettert, bedekt met bloed en slijk
En zegepralend grijnst hij op ’s vijands trillend lijk.
Zij zullen hem niet temmen.
Deutsche Übersetzung
Sie werden ihn nicht zähmen, den stolzen flämischen Löwen,
Wenn sie seine Freiheit auch mit Fesseln und Geschrei bedrohen.
Sie werden ihn nicht zähmen, solange ein Flame lebt,
Solange der Löwe Klauen hat, solange er Zähne hat.
Die Zeit verschlingt die Städte, kein Thron bleibt stehen:
Die Armeen gehen zugrunde, ein Volk geht nicht unter.
Der Feind zieht zu Felde, umringt von Todesgefahr.
Wir lachen über seinen Zorn, der flämische Löwe ist da!
Sie werden ihn nicht zähmen.
Tausend Jahre kämpft er nun schon für Freiheit, Land und Gott;
Und noch sind seine Kräfte von ansehnlicher Jugend.
Wenn sie ihn für machtlos halten und ihn mit Tritten reizen,
Dann richtet er sich bedrohlich und furchtbar vor ihnen auf.
Sie werden ihn nicht zähmen.
Wehe ihm, dem Unbesonnenen, der falsch und als Verräter,
Den flämischen Löwen streicheln kommt und treulos ihn schlägt.
Nicht eine Handbewegung, die er aus dem Auge verliert:
Und fühlt er sich getroffen, so stellt sich seine Mähne und er brüllt.
Sie werden ihn nicht zähmen.
Das Zeichen zur Rache ist gegeben, er ist ihre Hiebe müde;
Mit Feuer in den Augen und voll Zorn springt der dem Feind entgegen.
Er zerreißt, vernichtet, zerschmettert, bedeckt mit Blut und Schlamm
Und triumphierend grinst er auf des Feindes zitternde Leiche nieder.
Sie werden ihn nicht zähmen.

Advertisements