…und dafür ist Gesine Völlm verantwortlich. Mit ihren liebevoll gestalteten Kostümen macht sie den italienischen Opernabend zum reinsten Augenschmaus. Nicht nur die Titelheldin entzückt in knallroten Kleidern aus Samt und Seide. Auch die anderen Figuren begeistern den Zuschauer in schwarz-weißen Traumwelt-Kostümen.

„Manon Lescaut ist so schön!“ findet auch der ihr verfallene Des Grieux, dessen Liebesobsession der Regisseur Philipp Himmelmann bei seiner Inszenierung in den Mittelpunkt rückt: Für ihn ist die eigentliche Hauptfigur nicht die erst naive und später berechnende Schönheit Manon, das Luxusweib, das ihre Verehrer in den Abgrund reißt, sondern Des Grieux – der nachdenkliche Adlige, den das Aufeinandertreffen mit der angehenden Klosterschülerin völlig aus der bisher stest gewahrten Fassung bringt.

In meinen Augen ist die weibliche Hauptfigur zwar interessanter als der Held, doch weiß ich die mutige Entscheidung für eine alternative Sichtweise durchaus zu würdigen. Sicherlich wird sich der ein oder andere unglücklich Verliebte in dieser neuartigen Interpretation des alten Werkes wiederfinden.

Als dritte Oper, nach „Le Villi“ und „Edgar“, schrieb Giacomo Puccini »Manon Lescaut« Mit ihr feierte er seinen ersten großen Erfolg. Das Libretto, an dem neben dem Komponisten und seinem Verleger Giulio Ricordi sechs Librettisten beteiligt waren, basiert auf dem Roman des Abbé Prévost aus dem Jahre 1731. im Jahre 1893 wurde das Werk zum ersten Mal in Deutschland aufgeführt. Auch damals schon an der Hamburgischen Staatsoper.

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